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„Taifun, Erdbeben, Vulkan – Oh Gott, die Philippinen sind weg!“ … oder auch nicht.

  • Autorenbild: Matthias Brandl
    Matthias Brandl
  • 18. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben ein völlig falsches Bild von den Philippinen. Sobald in den Nachrichten die Worte „Taifun“ oder „tropischer Sturm“ fallen, glauben viele sofort, das ganze Land sei zerstört, die Inseln wären untergegangen und jeder, der auf den Philippinen lebt, wäre betroffen.Doch das ist schlicht falsch – und zeigt vor allem eines: Die wenigsten wissen überhaupt, wo die Philippinen liegen, wie groß das Land ist und wie tropische Wettersysteme tatsächlich funktionieren.


1. Die Philippinen sind kein kleiner Punkt im Ozean – sondern ein riesiges Inselreich

Die Philippinen bestehen aus über 7.600 Inseln, verteilt auf mehr als 300.000 km² Landfläche und rund 5.000 km Nord-Süd-Ausdehnung.

Damit man versteht, wie groß das wirklich ist, hier ein kurzer Vergleich:

  • Deutschland: 357.000 km² Fläche, ca. 876 km Nord-Süd.

  • Österreich: 83.879 km² Fläche, ca. 294 km Nord-Süd.

  • Schweiz: 41.285 km² Fläche, ca. 220 km Nord-Süd.

Mit anderen Worten:Die Nord-Süd-Ausdehnung der Philippinen ist mehr als 17-mal größer als Österreich, mehr als 22-mal größer als die Schweiz und mehr als 5-mal größer als Deutschland.


2. Taifune kommen nicht „immer aus dem Osten“ – aber meist aus dieser Richtung


Tropische Zyklone entstehen über dem warmen Pazifik und erreichen die Philippinen in der Regel aus östlichen Richtungen – auch wenn es vereinzelt andere Zugbahnen gibt.

Und jetzt kommt der Teil, den viele vollkommen unterschätzen:


Bevor ein Taifun uns auf Tablas überhaupt erreichen könnte, muss er über gigantische Landmassen und Gebirgsketten drüber – und verliert dabei enorme Kraft.


Ein Taifun kommt meist über die Pazifikseite herein und trifft in der Regel zuerst auf:

  1. Samar – eine riesige Insel mit dichtem Bergland

  2. Leyte – ebenfalls bergig und massiv

  3. Bicol-Region (Süd-Luzon) mit Städten wie

    • Legazpi City

    • Naga City

    • Daet

    • Sorsogon

Und jetzt das Entscheidende:


🏔️ In der Bicol-Region stehen gewaltige Gebirgsketten – und sogar aktive Vulkane.


Der bekannteste davon:

  • Mayon Volcano (bei Legazpi City), einer der perfektesten Kegelvulkane der Welt

  • Rundherum: massive Gebirgsketten, die wie ein natürlicher Schutzwall wirken

Diese Berge ziehen sich quer durch Süd-Luzon und bilden ein riesiges Hindernis für jede Sturmfront.Bevor ein Taifun jemals zu uns käme, muss er also über:

  • Samar

  • Leyte

  • die Bicol-Gebirgsketten in Süd-Luzon

  • Vulkane wie Mayon

  • die gesamte Landmasse von Masbate

Denn Masbate liegt direkt zwischen Luzon und den Visayas – genau in der Schusslinie.Auch Masbate ist alles andere als ein kleiner Hügel. Es hat:

  • Bergketten

  • hoch liegende Plateaus

  • schroffe Küsten

Erst danach, wenn der Taifun bereits deutlich geschwächt ist, könnte er überhaupt:

  • Romblon Province erreichen

  • und dann irgendwann Tablas Island

Und wie du weißt:Bis dahin hat er bereits enorme Energie verloren.

Das ist Meteorologie, keine Meinung.


3. Tablas Island – ein Paradebeispiel dafür, wie geschützt manche Regionen sind


Damit ein Taifun euch tatsächlich erreicht, müsste er zuerst:

  1. die große Hauptinsel Samar überqueren,

  2. dann große Teile von Luzon, Masbate oder Leyte treffen,

  3. über mehrere Gebirgsketten wandern,

  4. dabei massiv an Kraft verlieren,

  5. und erst danach Tablas Island erreichen.

Deshalb ist Tablas – wie viele westliche Regionen – extrem selten direkt betroffen.


4. Ein Taifun ist nicht „Philippinen-weit“ – sondern regional


Wenn in Europa ein Blizzard in Österreich wütet, heißt das nicht:

  • dass Hamburg eingeschneit ist,

  • dass Italien keine Häuser mehr hat,

  • oder dass Deutschland „komplett zerstört“ wäre.

Genauso ist es hier: ein Taifun betrifft Teile eines Landes, nicht das ganze Land.


5. Medienberichte sorgen leider oft für ein falsches Bild


Viele Europäer hören nur:

„Verheerender Taifun trifft die Philippinen!“

Und sofort:

„Oh Gott! Lebst du noch?“

Dabei sehen sie nie die Landkarte, nie die Region, nie die Entfernung.


6. Aufklärung ist wichtig


Ein Taifun kann regional schwere Schäden verursachen – ja.Aber: Die Philippinen bestehen aus tausenden Inseln.Nicht jede Insel erlebt das gleiche Wetter.

Gerade Tablas Island liegt geschützt hinter mehreren riesigen Landmassen und Gebirgssystemen.


Fazit


Ein Taifun auf den Philippinen bedeutet nicht, dass das ganze Land zerstört ist.Es bedeutet lediglich, dass eine bestimmte Region betroffen ist.

Genauso wie ein Sturm in Europa nicht das ganze Land gleichzeitig lahmlegt.

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